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Reinheitsgebot – regulaciones cerveceras

mayo 16, 2018

      

flores de lúpulo y un lupular

Bier ist eines der ältesten alkoholischen Getränke. Mit ihm verbindet sich ein Stück Menschheitsgeschichte. Bei den ersten Ackerbauern noch als Zufallsprodukt bei der Brot­herstellung gewonnen, fand das Bier im 7. Jahrhundert seinen Weg in die mitteleuropäischen Klöster, wo die Braukunst systematisch weiterentwickelt wurde. Erst im 12. Jahrhundert wurde Hopfen als Zutat hinzugefügt. Er verlieh dem Bier seinen bitteren Geschmack und machte es haltbarer. Seit 1995 findet jährlich am 23. April ein sogenannter Tag des Deutschen Bieres statt.

Wann und wo genau wurde das « Reinheitsgebot von 1516 » erlassen?

Am 23. April 1516 in Ingolstadt.
An diesem Tag erließen die bayerischen Herzöge Wilhelm IV. und Ludwig X. eines der wenigen Gesetze, das über Jahrhunderte seine Bedeutung erhalten (wenn nicht sogar vergrößert) hat. Das Reinheitsgebot für Bier wirkt sich bis heute auf die deutsche Braukunst aus. 

Welche rechtlichen Gründe führten zu diesem Gesetz?

Ein größeres Land brauchte einheitliche Gesetze.
Der Landshuter Erbfolgekrieg von 1504 bis 1505 (auch „Bayerische Fehde“ genannt) brachte die Wiedervereinigung der bayerischen Teilherzogtümer mit sich. Somit wurde eine Harmonisierung der bayerischen Landrechte notwendig. Eine neue Landesverordnung entstand, die in ganz Bayern galt.

Worum geht es in diesem Gesetz?

Preise und Rohstoffe; zudem sollten die Bürger vor minderwertigen oder gar giftigen Zusätzen geschützt werden.
Das „Bayerische Reinheitsgebot von 1516“ war ein Teil dieser neuen Landesverordnung. Es schrieb Bierpreise vor – eine durchaus vergängliche Regelung. Weitaus stabiler, nämlich bis in die heutige Zeit wirksam, zeigte sich jener Teil des Reinheitsgebotes, der die ausschließliche Verwendung von Geste, Hopfen und Wasser zum Brauen von Bier festlegte.

Was stand ursprünglich im Reinheitsgebot?

Der Originaltext ist ziemlich kompliziert und –natürlich- in alter Sprache abgefasst:
Ganz besonders wollen wir, dass forthin allenthalben in unseren Städten, Märkten und auf dem Lande zu keinem Bier mehr Stücke als allein Gersten, Hopfen und Wasser verwendet und gebraucht werden sollen.
Der Begriff “Reinheitsgebot“ wurde erst später eingeführt.  Seit 1995 findet jährlich am 23. April ein sogenannter Tag des Deutschen Bieres statt, mit dem die deutsche Brauwirtschaft an das Reinheitsgebot erinnern möchte. Dieses Datum wurde gewählt, da am 23. April 1516 für das Herzogtum Bayern eine neue Landesordnung erlassen wurde, die eine Textpassage enthält, auf die sich zumeist bezogen wird, wenn von einem Reinheitsgebot die Rede ist:
„ …Wir verordnen, setzen und wollen mit dem Rat unserer Landschaft, dass forthin überall im Fürstentum Bayern sowohl auf dem Lande wie auch in unseren Städten und Märkten, die keine besondere Ordnung dafür haben, von Michaeli (29. September) bis Georgi (23. April) eine Maß (bayerische, entspricht 1,069 Liter) oder ein Kopf (halbkugelförmiges Geschirr für Flüssigkeiten – nicht ganz eine Maß) Bier für nicht mehr als einen Pfennig Münchener Währung und von Georgi bis Michaeli die Maß für nicht mehr als zwei Pfennig derselben Währung, der Kopf für nicht mehr als drei Heller (gewöhnlich ein halber Pfennig) bei Androhung unten angeführter Strafe gegeben und ausgeschenkt werden soll.
Wo aber einer nicht Märzen sondern anderes Bier brauen oder sonstwie haben würde, soll er es keineswegs höher als um einen Pfennig die Maß ausschenken und verkaufen. Ganz besonders wollen wir, dass forthin allenthalben in unseren Städten, Märkten und auf dem Lande zu keinem Bier mehr Stücke als allein Gerste, Hopfen und Wasser verwendet und gebraucht werden sollen.
Wer diese unsere Anordnung wissentlich übertritt und nicht einhält, dem soll von seiner Gerichtsobrigkeit zur Strafe dieses Fass Bier, so oft es vorkommt, unnachsichtlich weggenommen werden.
Wo jedoch ein Gäuwirt von einem Bierbräu in unseren Städten, Märkten oder auf dem Lande einen, zwei oder drei Eimer (enthält etwa 64 Liter) Bier kauft und wieder ausschenkt an das gemeine Bauernvolk, soll ihm allein und sonst niemand erlaubt und unverboten sein, die Maß oder den Kopf Bier um einen Heller teurer als oben vorgeschrieben ist, zu geben und auszuschenken.
Auch soll uns als Landesfürsten vorbehalten sein, für den Fall, dass aus Mangel und Verteuerung des Getreides starke Beschwernis entstünde, nachdem die Jahrgänge auch die Gegend und die Reifezeiten in unserem Land verschieden sind, zum allgemeinen Nutzen Einschränkungen zu verordnen, wie solches am Schluss über den Fürkauf ausführlich ausgedrückt und gesetzt ist.“

 

cebada para maltear y decreto ducal de 1516

Wurde das Reinheitsgebot im Laufe der Jahre verändert?

Immer wieder.
In den vergangenen fünf Jahrhunderten wurde dieser Text mehrfach verändert. Aus Gerste (dazu würde man heute „Rohfrucht“ sagen) wurde Gerstenmalz, weil man feststellte, dass Malz wesentlich geeigneter zum Bierbrauen ist. Unter Malz versteht man Getreide, das gekeimt hat und bei hohen Temperaturen gedarrt worden ist. Die Beschränkung auf Gerste wurde zugunsten weiterer Getreidesorten aufgegeben.

Warum ursprünglich nur Gerste?

Um den Hunger zu bekämpfen.
Dieser Teil des alten Gesetzes sollte helfen, die Nahrungsmittelknappheit zu besiegen. Das Gesetz sollte dafür sorgen, dass der Weizen zur Herstellung von Brot reserviert wurde. Natürlich spielten auch finanzielle Aspekte eine Rolle. Die bayerischen Herrscher hatten über eine lange Phase das Monopol zur Bierherstellung mit Weizen und das war eine gute Einnahmequelle.

Craft Beer in Deutschland, wie geht das zusammen?

Deutschland unterscheidet sich deutlich von anderen Biermärkten. In Deutschland, insbesondere in Bayern, gibt es nicht ein Oligopol weniger marktbeherrschender Bierkonzerne. Im Gegenteil, im deutschen und bayerischen Biermarkt haben kleine und mittelständische Brauereien signifikante Marktanteile. Und handwerklich braut gerade dieses Segment schon immer. Das heißt, Craft Beer oder auf deutsch handwerklich gebraute Biere haben wir hier schon immer.
Aber diese internationale Craft Beer-Bewegung zeigt auch in Deutschland ihre Wirkung. Es gibt hier mehr und mehr Verbraucher, die Bier mit mehr Geschmack wollen und Braumeister, die sich verstärkt auf das Brauen von Bierspezialitäten konzentrieren. Sei es durch Rückbesinnung auf alte, zum Teil in Vergessenheit geratene Biersorten wie ein Märzen, Weizenbock oder unfiltrierte Biere. Die Impulse aus der internationalen Craft Beer-Bewegung sind in Deutschland angekommen, sie wirken und das ist gut so.

Laut der Soziologin Eva Barlösius reagierte die bayerische Verordnung nicht auf gesundheitliche Bedenken, wie heute oft argumentiert würde, sondern sollte den ansässigen Brauereien Wettbewerbsvorteile verschaffen, weil im Rheinland und in Norddeutschland zu dieser Zeit noch vorwiegend Grütze dem Bier beigesetzt wurden, die in Bayern nicht wuchsen. Für die menschliche Ernährung kommt überwiegend Sommergerste als Braugerste zum Einsatz.

[Gerste, die : cebada – Braugerste : cebada cervecera, Sommergerste ]

[Grütze, die: geschälte, grobgemahlene Körner, besonders von Buchweizen, Gerste oder Hafer, die als Nahrungsmittel verwendet werden]

[Buchweizen, der: krautige Pflanze mit herzförmigen Blättern, kleinen weißlichen Blüten und den Bucheckern ähnlichen, dreikantigen Früchten, die zu Mehl vermahlen werden]

[Buchecker, der: hayuco, fruto del haya]

[Hopfen, der: lúpulo ]

“Noch nicht ist bei uns Hopfen und Malz verloren”- oder doch?



 

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